Kurzfazit
Die Herbstmesse Ebnat-Kappel setzt mit dem «Hauskonzept» ein starkes Zeichen für Gemeinschaft, Regionalität und erlebbare Handwerkskunst. Die Turnhalle Schafbüchel wird für drei Tage zu einem begehbaren Zuhause, in dem sich über 50 lokale Betriebe gemeinsam präsentieren – nicht nebeneinander, sondern miteinander.
Ein Konzept, das verbindet
Viele Gewerbemessen reihen Stände an Stände. Die Herbstmesse Ebnat-Kappel geht einen komplett anderen Weg.
Hier entsteht kein klassisches Messegelände, sondern ein grosses, gemeinsames Haus, aufgebaut aus Elementen der lokalen Handwerksbetriebe. Jede Firma gestaltet einen Teil dieses Hauses – vom Fundament bis zum Weinkeller.
Die Idee dahinter:
Nicht die Konkurrenz steht im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel. Die Besucherinnen und Besucher erleben nicht isolierte Produkte, sondern funktionierende Lösungen und echte Projekte, wie sie im Alltag entstehen.
Der Rundgang: Ein begehbares Zuhause
Beim Betreten der Turnhalle beginnen Gäste ihren Weg im Garten und in der Garage. Von dort führt der Rundgang weiter durch Küche, Wohnzimmer, Bad und schliesslich in den Weinkeller.
Jeder Raum wurde visuell und handwerklich gestaltet, sodass die Grenzen zwischen den Ausstellern verschwimmen.
So zeigt sich die Zusammenarbeit in jedem Raum
Garage:
Der Baumeister präsentiert eine gemauerte Wand, während der lokale Schreiner das passende Tor liefert und der Autohändler mit einem E-Fahrzeug ergänzt.
Küche:
Küchenbauer, Schreiner, Elektroinstallateure, Sanitär – alle bauen ein echtes Küchenensemble. Besucher sehen nicht nur Einzelteile, sondern eine funktionierende, begehbare Küche.
Wohnzimmer:
Einrichtungshäuser, Maler, Bodenleger und Elektrofirmen schaffen gemeinsam ein stimmiges Ambiente. Hier zeigen Betriebe, wie Wohnqualität entsteht.
Bäder:
Sanitär, Plattenleger, Elektriker und Innenausbau zeigen moderne Badlösungen. Praktisch und inspirierend.
Weinkeller:
Regionaler Genuss trifft Handwerk. Ein beliebter Ort für Gespräche – und eine kleine Reise in die Geschichte des Toggenburger Gewerbes.
Warum das Hauskonzept so gut funktioniert
1) Es bringt das Gewerbe zusammen
Anstelle einzelner Messestände entsteht ein Projekt, das nur durch Zusammenarbeit funktioniert.
Lokale Betriebe werden sichtbar als Teil einer starken Gemeinschaft.
2) Kundinnen und Kunden erleben echte Lösungen
Für viele Besucherinnen ist es beeindruckend zu sehen, wie verschiedene Gewerke zusammenarbeiten – genau wie bei einem echten Bauprojekt.
3) Es ist emotional und einprägsam
Ein Zuhause ist ein vertrauter Ort. Diese Atmosphäre erzeugt Nähe, Wärme und Interesse. Dadurch bleiben Aussteller länger in Erinnerung.
4) Es ist visuell stark und ideal für Medien
Fotos, Videos und 3D-Touren zeigen die Räume sehr wirkungsvoll. Das Konzept ist perfekt für Social Media und digitale Nachberichte.
Warum das Konzept in die heutige Zeit passt
Trotz Online-Shops, Social Media und digitalen Tools suchen Menschen nach persönlicher Begegnung und echten Gesichtern hinter Produkten.
Gerade im Toggenburg und in der Region Wil ist das lokale Gewerbe geprägt von Individualität, Handwerk und Bodenständigkeit.
Das Hauskonzept macht diesen Wert sichtbar und erlebbar.
Gewerbevereinspräsidenten betonen, dass besonders nach der Coronapandemie ein Bedürfnis nach Nähe, Austausch und regionaler Identität entstanden ist.
Die Herbstmesse liefert genau das – und wirkt wie ein Gegengewicht zur anonymen Onlinewelt.
Emotionen, Begegnungen und Erlebnisse
Über die letzten Jahre ist das Rahmenprogramm stetig gewachsen. Kinder backen Mini-Zöpfe, probieren Kletterelemente oder posieren bei Video-Challenges.
Erwachsene geniessen Spezialitäten, probieren Werkzeuge aus oder holen sich Wohninspiration.
Highlights der vergangenen Veranstaltungen:
- DJ-Nights am Freitag und Samstag
- Auftritte von Alphornbläsern und Ländlergruppen
- Humorvolle Shows von regionalen Künstlern
- Tierbegegnungen mit exotischen Gästen aus dem Walter Zoo
- Tombola mit Preisen im Wert von bis zu CHF 10’000
Diese Mischung sorgt dafür, dass sich Familien, Senioren, Fachleute und Jugendliche wohlfühlen.
Warum das Hauskonzept auch für die Zukunft wichtig bleibt
Die Rückkehr der Gewerbemessen in Flawil, Uzwil, Kirchberg und Ebnat-Kappel zeigt:
Der Trend geht zurück zur Begegnung.
Menschen wollen regionale Produkte spüren, ausprobieren und mit den Expertinnen vor Ort sprechen.
Das Hauskonzept verstärkt genau das:
- Nahbarkeit statt Distanz
- Gemeinschaft statt Wettbewerb
- Erlebnis statt Werbung
- Authentizität statt Hochglanz
Ein Dorf unter einem Dach – das ist mehr als eine Messe. Es ist ein Spiegel der Region und ein Bekenntnis zur lokalen Wirtschaft.
Fazit
Die Herbstmesse Ebnat-Kappel schafft mit dem Hauskonzept ein Erlebnis, das weit über eine traditionelle Ausstellung hinausgeht.
Es verbindet Handwerk, Innovation und Dorfkultur auf eine Weise, die Besucher emotional bindet und Gewerbebetriebe stärkt.
Genau solche Formate zeigen, wie lebendig und wertvoll das lokale Gewerbe ist – besonders in einer Zeit, in der persönlicher Kontakt wieder an Bedeutung gewinnt.